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Verordnung über den Verkauf in Kurorten, Ausflugs-, Erholungs- und Wallfahrtsorten

Vom 11. September 1961
GVBl. S. 123

Auf Grund des § 10 Abs. 1 und 2 des Gesetzes über den Ladenschluß vom 28. November 1956 (Bundesgesetzbl. I S. 875) in der Fassung des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ladenschluß vom 14. November 1960 (Bundesgesetzbl. I S. 845) wird verordnet:

 

§ 1


(1) Abweichend von den Vorschriften des § 3 Abs. 1 Nr. 1 und 3 des Gesetzes über den Ladenschluß dürfen, soweit nichts anderes bestimmt ist, Badegegenstände, Devotionalien, frische Früchte, alkoholfreie Getränke, Milch und Milcherzeugnisse im Sinne des § 4 Abs. 2 des Milch- und Fettgesetzes in der Fassung vom 10. Dezember 1952 (Bundesgesetzbl. I S. 811), Süßwaren, Tabakwaren, Blumen und Zeitungen, sowie Waren, die für diese Orte kennzeichnend sind, an jährlich höchstens vierzig Sonn- und Feiertagen bis zur Dauer von acht Stunden und an Sonnabenden bis spätestens zwanzig Uhr verkauft werden:

1. in den durch Bekanntmachung im Staats-Anzeiger für das Land Hessen als Kurorte bezeichneten Orten,

2. in folgenden Ausflugs-, Erholungs- und Wallfahrtsorten mit besonders starken Fremdenverkehr:

a. im Regierungsbezirk Darmstadt von:  
Büdingen: ehemalige Stadt Büdingen
Dieburg: ehemalige Stadt Dieburg
Erbach: ehemalige Stadt Erbach
Fränkisch-Crumbach: Gemeinde Fränkisch-Crumbach
Frankfurt am Main: Gebiet "Römerberg", beschränkt auf Andenkenverkauf
Gelnhausen: ehemalige Stadt Gelnhausen
Geisenheim: Gebiet Marienthal
Hirschhorn (Neckar): ehemalige Stadt Hirschhorn
Hirzenhain: ehemalige Gemeinde Hirzenhain
Kronberg im Taunus: ehemalige Stadt Kronberg (Ts.)
Lautertal (Odenwald): Ortsteil Reichenbach
Lindenfels: ehemalige Stadt Lindenfels
Michelstadt: ehemalige Stadt Michelstadt, Stadtteil Vielbrunn
Modautal: Ortsteil Neunkirchen
Neckarsteinach: ehemalige Stadt Neckar-Steinach
Neu-Anspach: Gebiet "Freilichtmuseum Hessenpark"
Otzberg: Ortsteil Hering
Reichelsheim: Ortsteil Unter-Ostern
Rüdesheim am Rhein: ehemalige Stadt Rüdesheim am Rhein, Assmannshausen
Schmitten: Ortsteil Niederreifenberg, Ortsteil Oberreifenberg
Seeheim-Jugenheim: ehemalige Gemeinde Jugenheim, ehemalige Gemeinde Seeheim
Seligenstadt: ehemalige Stadt Seligenstadt
Steinau an der Straße: ehemalige Stadt Steinau
Weilrod: Ortsteil Neuweilnau
Zwingenberg: ehemalige Stadt Zwingenberg
b. im Regierungsbezirk Gießen von:  
Alsfeld: ehemalige Stadt Alsfeld
Amöneburg: ehemalige Stadt Amöneburg
Braunfels: ehemalige Stadt Braunfels
Dillenburg: ehemalige Stadt Dillenburg
Gladenbach: ehemalige Stadt Gladenbach
Greifenstein: ehemalige Gemeinde Greifenstein
Herborn: ehemalige Stadt Herborn
Herbstein: ehemalige Stadt Herbstein
Laubach: ehemalige Stadt Laubach
Lauterbach (Hessen): ehemalige Stadt Lauterbach
Limburg a. d. Lahn: ehemalige Stadt Limburg a.d. Lahn
Marburg: ehemalige Stadt Marburg a.d.L.
Mengerskirchen: Ortsteil Waldernbach
Runkel/Lahn: Stadtteil Runkel
Schlitz: ehemalige Stadt Schlitz
Ulrichstein: ehemalige Stadt Ulrichstein
Weilburg: ehemalige Stadt Weilburg
Wetzlar: ehemalige Stadt Wetzlar
c. im Regierungsbezirk Kassel von:  
Arolsen: ehemalige Stadt Arolsen, Stadtteil Wetterburg
Diemelsee: Ortsteil Heringhausen
Edertal: Ortsteil Hemfurth-Edersee
Frankenau: ehemalige Stadt Frankenau
Frielendorf: ehemalige Gemeinde Frielendorf, Ortsteil Lenderscheid, Gebiet "Silbersee"
Fritzlar: ehemalige Stadt Fritzlar, Stadteil Züschen
Fulda: ehemalige Stadt Fulda
Gersfeld (Rhön): ehemalige Stadt Gersfeld (Rhön), Ortsteil Obernhausen einschließlich Gebiet "Wasserkuppe"
Hofgeismar: Gebiet "Sababurg"
Hohenroda: ehemalige Gemeinde Oberbreitzbach
Homberg (Efze): Kernstadt, Allmuthshausen
Immenhausen: ehemalige Stadt Immenhausen
Jesberg: Ortsteil Densberg
Kirchheim: Gebiet "Seepark"
Knüllwald: Ortsteil Rengshausen
Morschen: Ortsteil Wichte
Oberaula: Ortsteil Olberode
Oberweser: Ortsteil Gieselwerder, Ortsteil Oedelsheim
Ronshausen: Ortsteil Machtlos
Schwalmstadt: Ortsteil Treysa, Ortsteil Ziegenhain
Vöhl: ehemalige Gemeinde Vöhl, Ortsteil Asel, Ortsteil Herzhausen
Waldeck: Stadtteil Waldeck, Stadtteil Nieder-Werbe einschließlich Gebiet "Halbinsel Scheid"
Willingen (Upland): ehemalige Gemeinde Willungen, Ortsteil Usseln


(2) Die Offenhaltung wird auf die Bereiche beschränkt, in denen der Kurbetrieb oder der Fremdenverkehr stattfindet. Die Grenzen dieser Bereiche werden in den kreisfreien Städten vom Magistrat, im übrigen vom Landrat als Behörde der Landesverwaltung bestimmt und öffentlich bekanntgegeben.

 

§ 2


(1) Die Sonn- und Feiertage, an denen nach § 1 ein Verkauf zulässig ist, werden in den kreisfreien Städten vom Magistrat, im übrigen vom Landrat als Behörde der Landesverwaltung festgesetzt und öffentlich bekanntgegeben.


(2) Die nach Abs. 1 zuständigen Stellen setzen auch die zugelassenen Öffnungszeiten für die Verkaufsstellen fest und geben sie öffentlich bekannt. Bei der Festsetzung der Öffnungszeiten ist auf die Zeit des Hauptgottesdienstes Rücksicht zu nehmen.

 

§ 3


Die Verkaufsstellen, die nach § 1 Abs. 1 am Sonnabendnachmittag offengehalten werden dürfen, müssen am Dienstag derselben Woche oder, falls dieser ein gesetzlicher Feiertag ist, am folgenden Werktag ab vierzehn Uhr geschlossen sein.

 

§ 4


Ordnungswidrig im Sinne des § 24 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a des Gesetzes über den Ladenschluß handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig

1. den Vorschriften des § 1 Abs. 1 über Ladenschlußzeiten in Kur-, Ausflugs-, Erholungs- und Wallfahrtsorten zuwiderhandelt oder

2. Verkaufsstellen, die nach § 1 Abs. 1 Sonnabendnachmittag offengehalten werden, während der in § 3 bestimmten Ladenschlußzeiten offenhält.

 

(§ 5)

 

§ 6


Diese Verordnung tritt am Tage nach ihrer Verkündung in Kraft. Sie tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2009 außer Kraft.

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