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Anhang 1 (zu § 4) Oberflächengewässer: Lage, Grenzen und Zuordnung der Oberflächenwasserkörper, typspezifische Referenzbedingungen
1. Kategorien von Oberflächengewässern Die Oberflächengewässer sind in folgende Kategorien eingeteilt: 1.1 Flüsse 1.2 Seen Die Lage und die Grenzen der Oberflächenwasserkörper sind zu ermitteln.
2. Gewässertypen
2.1 Fließgewässertypen (mit einem Einzugsgebiet von 10 km2 und größer) Die nachfolgenden Größenangaben werden als Größen der Einzugsgebiete angegeben. Da sich die biologische Ausprägung der Flüsse im Längsverlauf in den jeweiligen Ökoregionen nicht in gleicher Weise mit der Änderung der Größenklasse des Einzugsgebiets ändert, haben die Angaben einen orientierenden Charakter: klein (10 bis ca. 100 km2) mittelgroß (ca. >100 bis 1 000 km2) groß (ca. >1 000 bis 10 000 km2) sehr groß (ca. >10 000 km2)
Ökoregionen 8 und 9: Westliches und zentrales Mittelgebirge, Höhe ca. 200 bis 800 m Typ 5: Grobmaterialreiche silikatische Mittelgebirgsbäche (s)** Typ 5.1: Feinmaterialreiche, silikatische Mittelgebirgsbäche (s) Typ 6: Feinmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche (k)* Typ 7: Grobmaterialreiche karbonatische Mittelgebirgsbäche (k) Typ 9: Silikatische fein- bis grobmaterialreiche Mittelgebirgsbäche (s) Typ 9.1: Karbonatische fein- bis grobmaterialreiche Mittelgebirgsbäche (k) Typ 9.2: Große Flüsse des Mittelgebirges (k) Typ 10: Kiesgeprägte Ströme (k)
Ökoregion-unabhängige TypenTyp 19: Kleine Niederungsfließgewässer in Fluss- und Stromtälern (k)
* k = karbonatisch geprägt 2.2 Seentypen (mit einer Oberfläche von 0,5 km2 und größer) Ökoregionen 8 und 9: Westliches und zentrales Mittelgebirge Nr. 5: kalkreicher*, geschichteter*** Mittelgebirgssee mit relativ großem Einzugsgebiet** Nr. 6: kalkreicher, ungeschichteter Mittelgebirgssee mit relativ großem Einzugsgebiet Nr. 7: kalkreicher, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ kleinem Einzugsgebiet Nr. 9: kalkarmer, geschichteter Mittelgebirgssee mit relativ kleinem Einzugsgebiet Nr. 88: Sondertyp natürlicher See Nr. 99: Sondertyp künstlicher See
3. Festlegung von Referenzbedingungen für Typen von Oberflächenwasserkörpern 3.1 Für jeden Typ von Oberflächenwasserkörpern nach Nr. 2 sind typspezifische hydromorphologische und physikalisch-chemische Bedingungen festzulegen, die denjenigen hydromorphologischen und physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten entsprechen, die in Anhang 3 Nr. 2 und 3 für diesen Typ von Oberflächenwasserkörper für den sehr guten ökologischen Zustand nach der entsprechenden Tabelle in Anhang 4 Nr. 1 angegeben sind. Außerdem sind typspezifische biologische Referenzbedingungen festzulegen, die die biologischen Qualitätskomponenten abbilden, die in Anhang 3 Nr. 1 für diesen Typ von Oberflächenwasserkörper bei sehr gutem ökologischen Zustand nach der entsprechenden Tabelle in Anhang 4 Nr. 1 angegeben sind. 3.2 Bei Anwendung der in diesem Abschnitt beschriebenen Verfahren auf erheblich veränderte oder künstliche Oberflächenwasserkörper sind Bezugnahmen auf den sehr guten ökologischen Zustand als Bezugnahmen auf das höchste ökologische Potential nach Anhang 4 Nr. 1 Tabelle 4 zu verstehen. Die Werte für das höchste ökologische Potential eines Oberflächenwasserkörpers sind alle sechs Jahre zu überprüfen. 3.3 Die typspezifischen Bedingungen für die Zwecke der Nr. 3.1 und 3.2 und die typspezifischen biologischen Referenzbedingungen können entweder raumbezogen oder modellbasiert sein oder sie können durch Kombination dieser Verfahren abgeleitet werden. Ist die Anwendung dieser Verfahren nicht möglich, können Sachverständige zu Rate gezogen werden, um diese Bedingungen festzulegen. Bei der Definition des sehr guten ökologischen Zustands im Hinblick auf die Konzentration bestimmter synthetischer Schadstoffe gelten als Nachweisgrenze die Werte, die mit den Techniken ermittelt werden können, die zum Zeitpunkt der Festlegung der typspezifischen Bedingungen verfügbar sind. 3.4 Für raumbezogene typspezifische biologische Referenzbedingungen ist ein Bezugsnetz für jede Art von Oberflächenwasserkörper zu entwickeln. Das Netz muss eine ausreichende Anzahl von Stellen mit sehr gutem Zustand umfassen, damit angesichts der Veränderlichkeit der Werte der Qualitätskomponenten, die einem sehr guten ökologischen Zustand des betreffenden Oberflächenwasserkörpers entsprechen, und angesichts der nach Nr. 3.5 anzuwendenden Modellierungstechniken ein ausreichender Grad an Zuverlässigkeit der Werte für die Referenzbedingungen gegeben ist. 3.5 Modellbasierte typspezifische biologische Referenzbedingungen können entweder aus Vorhersagemodellen oder durch Rückberechnungsverfahren abgeleitet werden. Für die Verfahren sind historische, paläologische und andere verfügbare Daten zu verwenden, und es muss ein ausreichender Grad an Zuverlässigkeit der Werte für die Referenzbedingungen gegeben sein, damit sichergestellt ist, dass die auf diese Weise abgeleiteten Bedingungen für jede Art von Oberflächenwasserkörper zutreffend und stichhaltig sind.
3.6 Ist es aufgrund eines hohen Maßes an natürlicher Veränderlichkeit einer Qualitätskomponente ‑ also nicht etwa aufgrund saisonaler Veränderungen ‑ nicht möglich, zuverlässige typspezifische Referenzbedingungen für diese Komponente eines Oberflächenwasserkörpers festzulegen, kann diese Komponente von der Beurteilung des ökologischen Zustands dieses Typs von Oberflächengewässer ausgeklammert werden. In diesem Fall sind im Bewirtschaftungsplan für die Einzugsgebiete die Gründe für die Ausklammerung anzugeben. |
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